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Welt Wassertag Am 22. März ist Weltwassertag!

Trinkwasser kommt ganz bequem aus der Leitung und hat somit einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck als Flaschenwasser. Foto: Archiv
Trinkwasser kommt ganz bequem aus der Leitung und hat somit einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck als Flaschenwasser. Foto: Archiv

Motto 2020: Wasser und Klimaschutz

Der diesjährige Weltwassertag unter dem Motto „Wasser und Klimaschutz“ unterstreicht einmal mehr die globale Bedeutung der Wasserverfügbarkeit und Reinheit. Wasser ist der wichtigste Schlüssel zur Anpassung an den Klimawandel. Seine Folgen zeigen sich in allen Ländern der Erde immer deutlicher. Dürren und Hochwasser wirken sich enorm auf die Ernährungssicherheit aus und können eine Flüchtlingsdynamik und politische Instabilität auslösen.

Auch in Deutschland waren wir zuletzt mit Trockenperioden, aber auch mit massiven Hochwasserereignissen oder extremen Wetterereignissen wie Starkregen konfrontiert. Die letzten Jahre zählen zu den wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Der Klimawandel macht sich vielfältig bemerkbar – und dies fast immer durch zu viel oder zu wenig Wasser. Doch der Mensch hat Handlungsmöglichkeiten. Jeder einzelne kann etwas tun!

Trinkwasser ist Klimaschutz!

Das Wasser aus der Leitung ist in Deutschland von hervorragender Qualität. Es unterliegt mit der deutschen Trinkwasserverordnung einer der strengsten Verordnungen weltweit und wird täglich kontrolliert. Dazu kommt es bequem aus dem Wasserhahn. Da weder Flaschen hergestellt und transportiert, noch recycelt oder entsorgt werden müssen, hat Trinkwasser einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck.

Zudem ist es viel günstiger als Flaschenwasser und ein regionales Produkt.

Wasser sparen? Auf scharfe Reinigungsmittel verzichten!

Wasser sparen ist nicht immer hilfreich. Viel umweltschonender ist es, bei leichten Verschmutzungen auf Seife oder andere Reinigungsmittel zu verzichten und stattdessen ein wenig mehr Wasser zu nutzen. Je stärker das Abwasser gereinigt werden muss, desto mehr Energie muss aufgewendet werden. Das ist weder gut für unsere Umwelt, noch für unseren Geldbeutel.
     
Die Produktion des Aluminiums in Kaffeekapseln schluckt eine Menge Wasser. Foto: Christin Klose/dpa-mag/Archiv 
Die Produktion des Aluminiums in Kaffeekapseln schluckt eine Menge Wasser. Foto: Christin Klose/dpa-mag/Archiv 
Wenn man Wasser sparen möchte, ist es viel sinnvoller, den Kauf von sehr wasserintensiven Produkten zu überdenken, hin und wieder auf Fleisch oder eine zusätzliche Jeans zu verzichten und regionale Produkte den Tomaten aus Spanien oder den Blumen aus Afrika vorzuziehen. Denn jedes hergestellte Produkt benötigt Wasser und Deutschland ist ein großer Importeur von sehr wasserintensiven Nahrungsmitteln und Gütern aus trockeneren Gebieten der Erde, wie zum Beispiel Kaffee, Sojabohnen, Nüssen, Schweinefleisch und Rindfleisch. Auch Baumwolle gehört zu den kritischen Produkten. Ein Kilo Baumwolle verbraucht durchschnittlich 11.000 Liter Wasser, allen voran in den trockenen Ländern Indien, Türkei, Pakistan und Usbekistan. Wir Deutschen genießen das Privileg, in einem wasserreichen Land zu leben. Wir sollten auch für den Schutz der weltweiten Wasserreserven Verantwortung übernehmen.

Den Konsum stark gedüngter Produkte aus der konventionellen Landwirtschaft reduzieren

Unsere Kläranlagen können sich noch so viel Mühe bei der Reinigung des Abwassers geben. Doch für den Schutz unseres Wassers muss man seine Aufmerksamkeit auch auf andere Bereiche lenken: Die meisten Einträge, die unser Wasser belasten, stammen aus der Industrie und Landwirtschaft. Unsere intensive Landwirtschaft setzt auf starke Düngung der Böden, um gute Erträge zu erzielen. Bei übermäßiger Düngung gelangen die Stickstoffe jedoch ins Grundwasser und machen eine aufwendige und energieintensive Aufbereitung im Wasserwerk notwendig.

Keine Lebensmittel wegwerfen!

Und besonders wichtig: Schmeißen Sie keine Lebensmittel weg! 30 Prozent der weltweit produzierten Lebensmittel werden nicht verzehrt. Damit ist auch das für die Herstellung verwendete Wasser verschwendet worden. Eine Halbierung würde weltweit 1.350 Kubikkilometer Wasser sparen. Im Vergleich dazu beträgt der jährliche Regen Spaniens nur 350 Kubikkilometer.

Ein Abwasserkanal ist kein Mülleimer!

Vieles gehört einfach nicht in den Kanal: Medikamente, Farben, Lacke, Öle, Hygieneartikel, Feuchttücher, Essensreste – die Liste ist lang! Inhaltsstoffe von Medikamenten, Batterien oder Diesel vergiften das Abwasser. Farbreste und Chemikalien zerfressen Leitungen. Hygieneartikel, Feuchttücher und Haare verstopfen Rohre und legen Pumpen lahm. Eine richtige Entsorgung spart viel Geld und schützt die Umwelt.

Wasser ist das kostbarste Gut auf der Erde. Es ist durch nichts zu ersetzen – und es ist knapp.

„Wasser ist für uns unverzichtbar. Ohne Wasser können wir nur wenige Tage überleben. Es ist Trinkwasserspender und Lebensraum zugleich und der schonende Umgang mit der Ressource Wasser ist Voraussetzung für die biologische Vielfalt und eine nachhaltige Nutzung – für unsere Kinder und Enkel.

Schützen wir unser Wasser!“ sagt Gerd Weber, Geschäftsführer der Frankfurter Wasser und Abwassergesellschaft mbH (FWA).

Hintergrund: Der Weltwassertag findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt. Seit 2003 wird er von UNWater organisiert. Er wurde in der Agenda 21 der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro vorgeschlagen und von der UNGeneralversammlung in einer Resolution am 22. Dezember 1992 beschlossen.

Die 2015 beschlossenen nachhaltigen Entwicklungsziele beinhalten auch den Entschluss, bis 2030 jedem Menschen weltweit eine sichere Trinkwasserversorgung zu ermöglichen und damit einhergehend die extreme Armut zu beenden.

Die jährlich wechselnden Schwerpunkthemen des Weltwassertages werden durch die Vereinten Nationen festgelegt. Frankfurt (Oder), 22. März 2020
     
FWA Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH
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