Hier sind wir zu Hause - Lietzen Der Bürgermeister hat das Wort

Reizvolles Ortspanorama. Das Lietzener Mühlenhaus unterhalb der Komturei. Früher wurde es Schweizerhaus genannt, es ist bis heute bewohnt und zählt zu den schönsten Wohnadressen im Ort. Fotos (5): Matthias Lubisch
Reizvolles Ortspanorama. Das Lietzener Mühlenhaus unterhalb der Komturei. Früher wurde es Schweizerhaus genannt, es ist bis heute bewohnt und zählt zu den schönsten Wohnadressen im Ort. Fotos (5): Matthias Lubisch

Der Bürgermeister hat das Wort

Als Frank Kasper vor gut einem Jahr das erste Mal an dieser Stelle seinen Ort vorgestellt hatte, war es ein Problem, das ihm besonders auf den Nägeln gebrannt hat: der Neubau des Feuerwehrgerätehauses. Diese Aufgabe steht nach wie vor an. „Doch wir hoffen, dass es dafür bald die nötigen Fördermittel gibt“, sagt der Bürgermeister. „Unseren Teil der Vorarbeiten haben wir geleistet: Der Baugrund ist bereitet und die Planungen sind auch fertig. Wenn das Geld da ist, kann es losgehen.“

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Stolz ist der Ortschef auf das, was bereits geschafft ist. An erster Stelle steht da die Kita „Kleine Waschbären“. Bei vollem Betrieb haben die Lietzener die Heizungs- und Elektroanlagen umgerüstet, im September wird der Sanitärtrakt erneuert. Neue Spielgeräte wurden angeschafft. „Bei all diesen Arbeiten wurden wir von den Firmen unseres Ortes nach Kräften unterstützt“, lobt der Bürgermeister.

Diese Firmen sind das wirtschaftliche Herz des 750 Einwohner-Dorfes Lietzen. An die 40 sind es an der Zahl – vom Landwirtschaftsbetrieb, der Komturei Lietzen, den Elektriker, Schlosser, Schmied, Kfz-Reparaturbetrieb, Zaunbauer, Teichbauer und viele weitere. Diese Unternehmen sorgen nicht nur für Arbeit im Ort. Sie bestimmen auch das örtliche Leben maßgeblich mit.

Bäckerei und Tante-Emma-Laden in Lietzen: die Backstube von Toralf Kirscht. Eine von 40 Lietzener Firmen. Foto: B. Röseler
Bäckerei und Tante-Emma-Laden in Lietzen: die Backstube von Toralf Kirscht. Eine von 40 Lietzener Firmen. 
Foto: B. Röseler
Ebenso wichtig ist dem Ortschef aber auch, dass es in Lietzen noch Strukturen gibt, die das Zusammenleben der Menschen harmonisch machen. Da sind zum einen die vielen Vereine: der Sportverein Germania Lietzen, der Heimatverein, der Lietzener Frauenchor, der Angelverein, der Billardverein, der Feuerwehrverein und die Freiwillige Feuerwehr.

Fragt man den Bürgermeister, worüber er sich besonders freut, so fallen ihm spontan zwei Dinge ein: „Ich freue mich darüber, dass unser Ort einen sehr sauberen und gepflegten Eindruck macht, weil die Lietzener nicht nur ihre eigenen Grundstücke sauber halten, sondern sich auch um das Ortsbild kümmern.“ Einen großen Beitrag zu diesem gepflegten Ortsbild leiste die Komturei.

Dennoch ist natürlich auch der Lietzener Bürgermeister nicht wunschlos glücklich. „Es gibt bei uns in Lietzen auch eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. Als Gemeinde wünschten wir uns einen engeren Kontakt zu dieser Einrichtung“, sagt Frank Kasper. Zwar haben die Lietzener die Betreiber des Heimes schon des öfteren zur Gemeindevertretersitzung eingeladen. Doch bislang sei die Resonanz ausgeblieben. „Dabei könnten davon alle profitieren, wie das Beispiel der zwei afghanischen Kinder zeigt, die sich in unserer Kita sehr wohl fühlen“, meint der Ortschef.


Teichbauer und Mann für alle Fälle

Mit Schippe und Rüttelplatte: Thilo Rotzoll (l.) und Fred Manthey von der Lietzener Firma Terra Aqua Teichbau verfüllten Löcher im Verbindungsweg vom Vorwerk zur L 37. Foto: Matthias Lubisch
Mit Schippe und Rüttelplatte: Thilo Rotzoll (l.) und Fred Manthey von der Lietzener Firma Terra Aqua Teichbau verfüllten Löcher im Verbindungsweg vom Vorwerk zur L 37. 
Foto: Matthias Lubisch
Wenn es um Wasser geht, ist Thilo Rotzoll in Lietzen der richtige Ansprechpartner. Seit 2000 betreibt er hier sein Unternehmen Terra Aqua Teichbau. In dieser Zeit hat er schon ungezählten Kunden zu einem schöneren Garten mit Wasserlandschaft, Schwimmteich und Wohlfühloase verholfen.

Doch Thilo Rotzoll ist auch der richtige Ansprechpartner, wenn im Ort oder im Nachbarbereich Not am Mann ist. So haben zum Beispiel die Regenwasser-Massen der vergangenen Wochen den Zustand vieler, vor allem unbefestigter Wege in der Region verschlechtert. Im Lietzener Vorwerk hatte der Regen das Bankett der Kopfsteinpflaster-Straße stellenweise so ausgespült, dass Anwohner nicht mehr auf ihr Grundstück kamen. Der Hilferuf wurde im Bauamt der Amtsverwaltung Seelow-Land erhört: Thilo Rotzoll von der Lietzener Firma Terra Aqua Teichbau und sein Mitarbeiter Fred Manthey rückten im Vorwerk an, um den Schaden zu beheben.

Doch nicht nur das. Im Auftrag der Amtsverwaltung und Gemeinde verfüllten die Männer dann auch noch die größten Löcher auf dem unbefestigten Verbindungsweg aus dem Vorwerk zur Landesstraße 37 nach Seelow mit Feinrecyclingmaterial. „Das verdichtet gut und hält auch relativ lange“, erklärte Thilo Rotzoll.


Unsere Geschichte

1250 errichtet: die Lietzener Komtureikirche
1250 errichtet: die Lietzener Komtureikirche
Bedeutendstes Bauwerk der Gemeinde ist die Komturei der Tempelritter im Ortsteil Lietzen-Nord. Die Komturei (auch Comanderie oder Kommende genannt) ist der letzte noch erkennbare Rittersitz des Templerordens in Brandenburg. 1232 wurde sie von den Tempelrittern errichtet. Um 1250 wurde mit dem Bau der Komtureikirche und des Herrenhauses begonnen. Das große Speicherhaus stammt vom Anfang des 14. Jahrhunderts. Nach der Auflösung des Templerordens 1312 wurde dessen Lietzener Besitz vom Johanniterorden übernommen. Mit der Säkularisierung kam die Komturei 1812 in den Besitz des Königreichs Preußen. 1814 übereignete König Friedrich Wilhelm III. von Preußen das Rittergut als Schenkung seinem Staatskanzler Fürst Karl August von Hardenberg für dessen Verdienste.

Nach Kriegsende wurden die Hardenbergs im Zuge der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone endgültig enteignet. Nach der Wende 1989/90 bekamen die Familie ihr Anwesen zurück.

EIN ORT FÜR KUNST UND NATUR

Lietzener Kulturmühle will Umweltfest als Tradition etablieren

Die Lietzener Kulturmühle ist romantisch zwischen zwei Seen gelegen und bietet Künstlern und Interessierten Ausstellungen und Theateraufführungen
Die Lietzener Kulturmühle ist romantisch zwischen zwei Seen gelegen und bietet Künstlern und Interessierten Ausstellungen und Theateraufführungen
In Lietzen wird nicht nur gearbeitet und gefeiert. Hier hat auch die Kunst ein Zuhause. Ein altbekanntes Domizil ist der Kunsthof von Erika-Stürmer-Alex – zwischen Lietzen und Falkenhagen gelegen. Und dann gibt es noch eine Einrichtung, die ist ziemlich neu im Ort. Natur, Kunst und Soziales zu vereinen, ist das Ziel ihres Vereins, erklärt Inga Brandt, Projektleiterin von Social-Art. Seit die Sozialpädagogin und Künstlerin mit Ingenieur Jörg Oehley und Gleichgesinnten Am Mühlensee ein altes Gebäude zur Kulturmühle ausbaut, gibt es dort auch ein Zentrum für Umweltbildungsprojekte und Kunstkursangebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien. Im Frühsommer fand erstmals ein Umwelttheaterfest statt.

Auf dem Hof der Kulturmühle stellten Theatergruppen Stücke vor, die sich mit den Themen Umwelt- und Ressourcenschutz, aber auch Lebensweise und Gesellschaft künstlerisch auseinandersetzen. Es hatte sogar eine Premiere gegeben: „Ein Märchen von einem, der sein Glück versuchte“.

Das extra für das Lietzener Umwelttheaterfest von der Regisseurin Susanne Böhm entwickelte und für die Bühne inszenierte Stück griff die Geschichte „Vom Fischer un syner Frau“ auf und verband sie mit gegenwärtigem Geschehen und heutigen Verhaltensweisen. Erzählt wurden drei Geschichten über Menschen, die ihre Visionen von Nachhaltigkeit versuchen in der Praxis zu leben. Das Lietzener Umwelttheaterfest soll, wie Inga Brandt informierte, zu einer jährlichen Tradition werden. (igo)

Gemeinsam...

... geht‘s am besten in Lietzen

Das hat sich im Ort bereits vielfach bestätigt. Denn hier helfen sich Vereine, Firmen und Bürger gegenseitig. Zwei Beispiel dafür aus der jüngsten Vergangenheit: Die Jagdgenossenschaft hat die Gemeindevertreter des Ortes vor kurzem über eine geplante Spende in Kenntnis gesetzt. Für insgesamt 200 Euro wollen die Jäger Naturbücher und Bücher über Tiere kaufen und dem Lietzener Kindergarten „Kleine Waschbären“ übergeben, informierte Siegfried Röseler im Auftrag der Genossenschaft vor kurzem.

Zudem dankte Röseler im Namen der Jagdgenossenschaft der Gemeinde Lietzen für die Bereitstellung von Räumlichkeiten für eine Veranstaltung.

Und auch an die älteren Bürger wird in Lietzen gedacht. Sie treffen sich regelmäßig zu kleinen Feiern und Seniorenrunden. So gab es erst in dieser Woche ein kleines Sommerfest für alle Senioren. Bei der Vorbereitung sprang auch ein Unternehmen aus der Gegend ein. Dankbar und lobend erwähnte Siegfried Röseler, dass die Falkenhagener Agrargenossenschaft eine finanzielle Unterstützung für das Fest bereitstellt.


Gedenkstätte

In der deutschen Kriegsgräberstätte für Gefallene des Zweiten Weltkrieges in Lietzen fanden über 1000 Soldaten ihre letzte Ruhe. Heute wird der Friedhof als zentraler Zubettungsfriedhof des Landes Brandenburg genutzt. Dieser bereits während der Kämpfe im Frühjahr 1945 angelegte deutsche Soldatenfriedhof wurde im April 1945 von den Kampfhandlungen überrollt. 1992 erfolgte eine Teilsanierung und die Herrichtung eines Gräberfeldes.

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