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Bauen im Havelland Rathenower Schmuckstück erhalten

Durch Sanierung der Rhinower Straße 1 ist den Rathenowern ein Schmuckstück aus der Gründerzeit erhalten geblieben. Fotos: Bohm
Durch Sanierung der Rhinower Straße 1 ist den Rathenowern ein Schmuckstück aus der Gründerzeit erhalten geblieben. Fotos: Bohm

Rathenower Schmuckstück erhalten

Gründerzeit-Haus in der Rhinower Straße umgebaut und saniert 

Rathenow. Der alte Charme sollte zum einen erhalten bleiben, zum anderen ist moderne Technik bei Umbau und Sanierung der Rhinower Straße 1 eingebracht worden, um heutigen Standards gerecht zu werden. Erste Pläne für das Gründerzeit-Haus entstanden um 1876. Direkt an der Jederitzer Brücke gelegen, weist es auf ein Stück Stadtgeschichte hin.

Bauunterlagen aus dem Jahre 1876 dokumentieren die Anfänge des Sägewerks- und Baugeschäfts der Gebrüder Wodke in Rathenow. Zeichnungen dokumentieren die Entwicklung des Grundstücks mit dem Wohnhaus und seiner Nebengebäude. Das Sägewerk wurde ausgebaut und erstreckte sich damals wohl bis zum Gelände der heutigen Kita „Olga Benario“ in der Saarstraße. Das heutige Wohnhaus wurde von den Eigentümern des Sägewerks als Wohnstätte und Geschäftshaus genutzt. Zudem vermieteten bereits die Wodkes Wohnraum.

Rathenower Schmuckstück erhalten Image 1
Durch die umfängliche Sanierung ist es gelungen, die Rhinower Straße 1 in alter Pracht erstrahlen zu lassen. Modern geschnittene und großzügige Wohnungen sind mit dem Umbau im Haus entstanden und bewohnt. Die Sanierung sei nicht immer einfach gewesen, erinnerten sich die Eigentümer. So kam es im Laufe der Zeit aufgrund der mehrfachen Ausbaggerung der Fahrrinne des Schleusenkanals und der schwierigen Gründungsverhältnisse zu starken Setzungen. Dies führte zum Absacken des kanalseitigen Gebäudeteils. Dadurch waren teils große Risse im Mauerwerk entstanden. Die Sanierung und Stabilisierung des Mauerwerks sei somit eine große Herausforderung in statischer und bautechnischer Hinsicht gewesen. Sie forderte nicht nur die beauftragten Baufirmen, sondern auch hinzugezogene Statiker und Bauleiter. Zudem hinterließen die langen Jahre, in denen das Haus nicht bewohnt war, ihre Spuren. Vandalismus und Verfall trugen zur weiteren Zerstörung des Gebäudes bei. Leider wurden in dieser Zeit auch viele historische Besonderheiten des Gebäudes gestohlen oder beschädigt. Historische Beschläge und das gesamte hölzerne Treppengeländer sind beispielsweise gestohlen worden. Mit viel Geschick wurde versucht, den alten Charme des Gebäudes zu erhalten, auch wenn modernste Technik zum Einsatz kam. Das Wohnhaus erhielt einen umlaufenden Wärmepanzer und eine umweltfreundliche Heizung. Das Dachgeschoss wurde zu einer weiteren Wohnung umgebaut. Für mehr Helligkeit sorgen unter dem Dach großzügige Gauben. Die alten Fenster- und Türöffnungen der Außenfassade wurden wieder mit Stuckelementen verziert. Erhaltene Türen wurden aufwendig aufbereitet und wieder eingesetzt. Mit seinen Ausschmückungen faszinierte das alte Haus sicher viele Rathenower, deren Weg sie vorbei an und über die Jederitzer Brücke führte. So hielt auch der Maler Helmut Neitzel (1928-2014) das Gebäude in seinem vorherigen Zustand mehr als einmal fest.

Neue Adresse für ASB-Sozialkaufhaus 

Vielfältiges Angebot in übersichtlichen Abteilungen

Einkaufen in neuen Räumen: In der kleinen Waldemarstraße kam das Sozialkaufhaus des ASB unter. Fotos: Archiv/Weber
Einkaufen in neuen Räumen: In der kleinen Waldemarstraße kam das Sozialkaufhaus des ASB unter.
Fotos: Archiv/Weber
Rathenow. Verbessert hat sich die Situation für Mitarbeiter und Kunden des Sozialkaufhauses des Arbeiter-SamariterBunds (ASB), Ortsverein Rathenow. Zehn Monate wurde in der Kleinen Waldemarstraße ein ehemaliges Autohaus durch Rathenower Firmen umgebaut zum neuen Kaufhaus-Standort.

„Die Bedingungen hier haben sich vollständig verbessert. In der Baracke in der Fehrbelliner Straße gab es keine Heizung und manchmal tropfte der Regen durch das Dach“, schilderte Doris Kuhn. „Das Sozialkaufhaus bietet ein nahezu komplettes Angebot an Möbeln, Einrichtungsgegenständen, Hausrat sowie technischen Geräten.“ Die Leiterin des Sozialkaufhauses half seit Ersteröffnung 2012 ehrenamtlich und leitet das Kaufhaus seit Mitte 2014.

In der Abteilung für Kinder sind Möbel, Bekleidung und Spielsachen zu haben.
In der Abteilung für Kinder sind Möbel, Bekleidung und Spielsachen zu haben.
Auf 360 Quadratmetern bietet der ehemalige umgebaute Kfz-Verkaufsraum mit dazugehöriger Werkstatt in sechs abgetrennten Abteilungen alles, was man in Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer, Toilette an Möbeln und auch an elektrischen Geräten benötigt. Ebenso sind Haushaltsgegenstände und Bekleidung äußerst günstig zu haben. Mit Einzug in die neuen Räume wurde auch eine extra Kinderabteilung mit Möbeln, Kinderbekleidung und Spielzeug eingerichtet.

„Sieht schick aus – alles sehr übersichtlich“, hatten erste Kunden gelobt. Die Räume sind hell und geräumig, die Ware wird übersichtlich präsentiert. Passend zur Saison findet man auch verschiedene Dekorationsgegenstände. Zum Sozialkaufhaus gehört auch ein Lager im Nebengebäude. Darin stehen auf weiteren 240 Quadratmetern Möbel, die man dort besichtigen kann.

Das kleine Team des ASB-Sozialkaufhauses um Leiterin Doris Kuhn (2.v.l.).
Das kleine Team des ASB-Sozialkaufhauses um Leiterin Doris Kuhn (2.v.l.).
Zum 1. Januar setzte das Jobcenter das neue Bundesgesetz um, nachdem Bedürftige nach SGB II für die Ersteinrichtung keine Sach-, sondern nur noch Geldleistungen erhalten, um dann selbstständig ihre Bedürfnisse zu erfüllen. „Das neue Sozialkaufhaus wurde so zum passenden Zeitpunkt neu eröffnet“. meint Sozialdezernent Dennis Granzow.

„Wir holen und liefern mit unserem Transporter gespendete Möbel, Einrichtungsgegenstände und Haushaltswaren im Raum bis nach Berlin, Stendal und Brandenburg/Havel ab“, so Doris Kuhn. „Die Möbel werden vor Ort abgebaut und für Bedürftige auch kostenlos nach Lieferung wieder aufgebaut.“ Einkaufen kann jeder im Sozialkaufhaus. Bedürftige zahlen einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz. Das ASB-Sozialkaufhaus in der Kleinen Waldemarstraße 4a erreicht man unter 03385/498887 oder 0152/56541999. (siw)
Ralf Gliesche
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