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Sanierung der Gedenkstätte Seelower Höhen Viele Firmen aus der Region zeigten hier ihr Können

Landrat Gernot Schmidt (r.), Architektin Regine Krüger und Seelows Bürgermeister Jörg Schröder gehörten zu den ersten Gästen, die das neue Empfangsgebäude besuchten. Empfangsbereich, Bibliothek und Kinosaal werden in diesem Monat noch eingeräumt. Fotos: Bernd Röseler
Landrat Gernot Schmidt (r.), Architektin Regine Krüger und Seelows Bürgermeister Jörg Schröder gehörten zu den ersten Gästen, die das neue Empfangsgebäude besuchten. Empfangsbereich, Bibliothek und Kinosaal werden in diesem Monat noch eingeräumt. Fotos: Bernd Röseler

Empfangsgebäude an Gedenkstätte Seelower Höhen ist fertig saniert und wurde vor wenigen Tagen übergeben - jetzt folgt der Außenbereich

Seelow. Eigentlich sollte rund um die Gedenkstätte Seelower Höhen an diesem Freitag großer Bahnhof sein. Heute jährt sich zum 75. Mal das Ende des zweiten Weltkrieges. Doch wegen der Corona-Pandemie ist auch hier das öffentliche Gedenken auf ein Mindestmaß beschnitten worden. Gedenkveranstaltungen in großem Rahmen wird es nicht geben. Der Kreisverband der Linken wird heute um 17 Uhr am Ehrenmal Kränze und Blumen niederlegen, informierte Doris Richter vom Kreisvorstand. 

Pünktlich fertig geworden ist ein wichtiges Vorhaben: die Sanierung des Empfangsgebäudes der Gedenkstätte. Mit einem Banddurchschnitt in kleiner Runde hat Landrat Gernot Schmidt das Haus zu Füßen des Denkmals vor kurzem übergeben. Rund 1,8 Millionen Euro standen dort in den vergangenen 14 Monaten bereit.
     
Mit dem Banddurchschnitt ist vor wenigen Tagen das Empfangsgebäude, das jetzt über einen barrierefreien Zugang verfügt, übergeben worden.
Mit dem Banddurchschnitt ist vor wenigen Tagen das Empfangsgebäude, das jetzt über einen barrierefreien Zugang verfügt, übergeben worden.
Architektin Regine Krüger aus Frankfurt (Oder) lobte die qualitätsgerechte Arbeit der zumeist aus der Oderregion gebundenen Firmen. Zu diesen Firmen zählen u.a. TSU Müncheberg, MSW Montagen Podelzig, Stahnke Haustechnik Küstriner Vorland sowie Elektro & Küchen Krautzig GmbH Seelow. Bei Trockenbau- und Tischlerarbeiten war die Firma Schenk Alt Tucheband am Werk, Fliesen- und Plattenarbeiten erledigte Angrick Fliesen-Ofen-Kaminbau Lietzen, Putzarbeiten der Seelower Malermeister Mielke. Die Fußbodenbeläge passten Mitarbeiter der Perlwitz GmbH aus Niederjesar ein. Darüber hinaus waren Dachdecker und Maler aus Eisenhüttenstadt, Stahl- und Metallbauer aus Elsterwerder, die Glasund Gebäudereinigung Kühn aus Frankfurt sowie die Tischlerei & Küchenhaus Velten am Um- und Ausbau des Gebäudes beteiligt. Wann die ersten Besucher herein können, steht noch nicht fest. Zunächst müssten die Räume eingerichtet und bezogen werden. Wahrscheinlich werde es Mitte/Ende Mai der Fall sein, sagt Thomas Berendt, Pressesprecher des Landkreises Märkisch-Oderland. Dann werde sicher auch das Museum wieder öffnen.

Das Erkennungszeichen der Gedenkstätte: die Statue des unbekannten Soldaten von dem sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel.
Das Erkennungszeichen der Gedenkstätte: die Statue des unbekannten Soldaten von dem sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel.
„Eigentlich hatten wir geplant, dass Funktionsgebäude und die Außenanlagen gleichzeitig fertig gestellt werden“, so Berendt. „Da gibt es aber noch einige preisliche Probleme, so dass sich diese Arbeiten sicher auf das kommende Jahr verschieben werden.“ Zur Zeit läuft ein Antrag auf Fördermittel-Erhöhung. Erst nach der Bewilligung können die Arbeiten im denkmalgeschützten Außenbereich beginnen. Vorgesehen sei u.a., den Treppenbereich und das Pflaster zu sanieren sowie einen barrierefreien Zugang zum Museum, dem nachgestalteten ShukowBunker, zu schaffen. Umgezogen ist bereits der Kassenbereich. Er befindet sich jetzt im sanierten Empfangsgebäude. Das hat sich bis auf die Grundmauern komplett verändert. Über einen barrierefreien Übergang kommt der Besucher in den künftigen Empfangsbereich. Im einstigen Club gibt es neben den Eintrittskarten und Informationen auch Platz für kleine Sonderausstellungen. Auf dieser Mittelebene sind auch die neuen Sanitäranlagen einschließlich einer Behindertentoilette erreichbar.

Noch gestaltet werden soll jetzt der Außenbereich der Gedenkstätte, wo sich unter anderem die historische Militärtechnik befindet.
Noch gestaltet werden soll jetzt der Außenbereich der Gedenkstätte, wo sich unter anderem die historische Militärtechnik befindet.
Eine Treppe führt hinauf zum Arbeitsbereich für Mitarbeiter und Seminare. Dort wird die Bibliothek einziehen und es gibt einen Studienbereich für Gäste. Vom unteren Parkplatz aus kommt man zum Vortags- und Kinosaal. „Ich habe mich seit 2011 mit der Frage beschäftigt, wie man dieses Gebäude barrierefrei umgestalten kann. Zwischenzeitlich war auch eine Variante mit Aufzug im Gespräch. Das war aber verworfen worden“, informierte Architektin Regine Krüger. Sie betont, dass die Rampenlösung den Vorteil habe, dass Rollstuhlfahrer nicht auf fremde Hilfe angewiesen seien. Erste Planungen zur Sanierung des aus dem Jahre 1972 stammenden Empfangsgebäudes hatte es bereits 2012 gegeben. Danach wurden Fördermöglichkeiten ausgelotet, Denkmalschutzaspekte erörtert, Vergabeverfahren beschlossen, Bauanträge gestellt. Die Ausschreibung erfolgte in insgesamt 16 Baulosen.
     
Schließlich konnte Anfang vergangenen Jahres mit dem Bauen begonnen werden. Dabei erlebten die Bauleute und Handwerker so manche Überraschung. Das Haus war 1972 zumeist nach Feierabend im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes errichtet worden. Und zwar mit dem Baumaterial, was eben da war. Das sei bei der Sanierung zu spüren gewesen, erklärte dazu die Architektin. Umso mehr freuen sich alle Beteiligten über das, was schließlich aus dem Gebäude geworden ist. „Nicht nur wir als Landkreis Märkisch-Oderland sind sehr zufrieden mit der Arbeit, die hier geleistet worden ist“, versichert Pressesprecher Thomas Berendt.

  
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