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Neubau Feuerwache Alt Ruppin Wo sich die Kameraden nicht mehr auf die Zehen treten

Der Neubau der Feuerwache in Alt Ruppin soll künftig als Stützpunkt für den vierten Löschzug dienen. Er erfüllt alle Anforderungen für eine hohe Einsatzbereitschaft der Wehr. Fotos (3): Wolter
Der Neubau der Feuerwache in Alt Ruppin soll künftig als Stützpunkt für den vierten Löschzug dienen. Er erfüllt alle Anforderungen für eine hohe Einsatzbereitschaft der Wehr. Fotos (3): Wolter

Die neue Feuerwache in Alt Ruppin bietet beste Voraussetzungen für eine hohe Einsatzbereitschaft der Wehr

Alt Ruppin. In den letzten Wochen ist noch viel passiert am Neubau der Feuerwache in der Bahnhofstraße in Alt Ruppin.

Die Außenarbeiten wurden abgeschlossen, die Möblierung ist erfolgt. Zudem sind letzte Prüfungen durch Sachverständige, wie zum Beispiel die Prüfung der Wärmepumpe über die die Beheizung erfolgt und für die acht Bohrungen mit je 100 Meter Tiefe notwendig waren, abgeschlossen. Die Brandmelde- und Einbruchmeldeanlage sowie die Sicherheitsbeleuchtung wurden installiert. Auch die Straße bis zur Feuerwehreinfahrt wurde mit Asphalt überzogen.

Der Bau lag im Zeitplan, nur kleine witterungsbedingte Verzögerungen und seit März geringe coronabedingte Verschiebungen gab es. Die lang ersehnte Übergabe wird wie geplant Ende Mai oder Anfang Juni erfolgen. Aufgrund der Corona-Situation kann eine Einweihungsfeier, mit allen Kamerad*innen der Feuerwehr, Vertreter*innen beteiligter Bauunternehmen und der Stadtverwaltung sowie Gästen, derzeit nicht stattfinden.
 
In der Fahrzeughalle ist ausreichend Platz für die Einsatzfahrzeuge.
In der Fahrzeughalle ist ausreichend Platz für die Einsatzfahrzeuge.
Fest steht, dass künftig an diesem Standort die Einheiten Wulkow, Alt Ruppin, Nietwerder, Krangen und Molchow zusammengeführt werden. Sie bilden dann den vierten Löschzug. Insgesamt gibt es im Verwaltungsbereich Neuruppin fünf Löschzüge.

Das wirft die Frage auf, weshalb bei der Zusammenlegung aller Einheiten nicht ein bestehender Standort weiter ausgebaut wurde?

Die Antwort ergibt sich zum einen aus der Grundstücksgröße der derzeit genutzten Wachen-Standorte. Kein Standort wäre groß genug gewesen. Eine Rolle spielten auch die nötigen Raumkapazitäten, die Aufgrund der vielen ehrenamtlichen Kamerad*innen gebraucht werden. Beispielsweise ist ein Schulungsraum entstanden, in dem 100 Kameraden Platz finden. Dieser nimmt stattliche 153,55 Quadratmeter Fläche in Anspruch. Außerdem sind in der neuen Wache Umkleidebereiche für 60 Männer und zehn Frauen entstanden. Bei der Jugendfeuerwehr sind diese für 40 Jungen und zehn Mädchen ausgelegt.

Viel Platz benötigen die sechs Fahrzeugstellplätze, mit einer Größe von jeweils 4,5 mal 12,5 Meter. Das ergibt insgesamt eine Fläche von 393,05 Quadratmeter für die komplette Fahrzeughalle. Dort werden Einsatz-Fahrzeuge wie der LF10/6, TSF-W, MTW stehen.

Die Büros befinden sich im Obergeschoss des zweigeschossigen Gebäudeteiles. Alles zusammengerechnet ergibt sich daraus eine Nutzfläche von 1.115,34 Quadratmeter in dem neuen Feuerwehrgebäude. Die Zugführung hat ein Büro mit jeweils drei Arbeitsplätzen. Die Gruppenführer (zwei) und Jugendwarte (zwei) teilen sich ein Büro.
 
Der neue Stützpunkt hat auch genügend Stellfläche für den umfänglichen Fahrzeugpark zu bieten.
Der neue Stützpunkt hat auch genügend Stellfläche für den umfänglichen Fahrzeugpark zu bieten.
Laut aktuellem Stand werden 51 Kameraden im aktiven Dienst und 38 Mitglieder der Jugendfeuerwehr in das neue Gebäude umziehen. Somit ist noch genug Platz für weitere Kameraden am neuen Standort, die sich gerne melden können. Bei der Feuerwehr wird man sie mit offenen Armen empfangen.

Zum anderen sind es die technischen Anforderungen an den Standort und die Unfallverhütungsvorschriften, welche gegen eine Erweiterung an einem der bestehenden Standorte sprachen.

Darüber hinaus waren bei der Standortwahl weitere Kriterien, wie zum Beispiel die Eintreff-Zeiten, Hilfsfristen und eine möglichst zentrale Lage für eine bestmögliche Erreichbarkeit für alle Kameraden oder auch die Verkehrsanbindung zu berücksichtigen. Sie werden nun am Standort in der Bahnhofstraße in Alt Ruppin umgesetzt.

Die Zuständigkeiten der Einheiten des vierten Löschzuges sind klar definiert. Bereits seit mehreren Jahren sind sie in den 4. Technischen Hilfe- und Gefahrgutzug integriert. Ein Aufgabenschwerpunkt liegt in der Ölabwehr auf dem Wasser und der Wasserrettung. Dazu sind am Standort Alt Ruppin und der künftigen Wache Nord-Ost ein Rettungsboot sowie die Ölsperre und ein Ölseparator eingestellt. Diese Geräte werden aus dem Bestand übernommen. Für den Neubau sind bereits Mittel im Haushalt der Fontanestadt in Höhe von 2,8 Millionen Euro eingeplant worden. Davon entfallen 1,2 Millionen Euro auf die Förderung durch die Landesinvestitionsbank des Landes Brandenburg. Mehrkosten sind bei diesem Bauprojekt nicht entstanden.

Von Beginn dieses Projektes waren die Führungskräfte aller künftig an diesem Standort zusammenarbeitenden Einheiten in die Planung und die einzelnen Bauphasen einbezogen. So wurden Grundrisse abgestimmt und - wenn notwendig - angepasst. Auch bei der Gestaltung, innen wie außen, und der Ausstattung wurden die Führungskräfte der Feuerwache Nord-Ost beteiligt. Und auch ganz „praktisch“ waren die Kameraden in die Vorbereitung des Grundstücks einbezogen, zum Beispiel bei der Beräumung des Baumbestandes. Vom Altbundespräsidenten Theodor Heuss stammt der Ausspruch: „Die Sorge und Hilfe für andere Menschen ist das wertvollste Kapital im Haushalt der Menschheit. Und solange es noch Leute gibt, die freiwillig bereit sind, für andere da zu sein, ist es um diese Welt nicht allzu schlimm bestellt.“
 

Firmenliste Neubau Feuerwache Alt Ruppin „Nord-Ost“

- Gebäudeplanung/Baubetreuung: Niese Hochbauplanung
- Statik und Wärmenachweis: Ingenieurbüro Bernhard Bölk
- TGA – Planer: Z & R Ingenieur Büro und Planungsbüro für Elektroanlagen
- Vermessung: Vermessungsbüro Focke & Focke - Bruns
- Baugrunduntersuchung: Dipl. Geol. Andreas Rott
- Prüfingenieur Statik /Wärmenachweis: Dipl.-Ing. Ulrich Kube
- Prüfingenieur f. Brandschutz: Dipl.-Ing. Ingolf Kühn
- Bodenprüfung: Umweltund Agrarlabor GmbH
- Hausanschluss Elektro/ Wasser/Abwasser: Stadtwerke Neuruppin GmbH
- Baustromherrichtung: Elektroservice GmbH
- SiGe-Koordinator (Arbeitsschutz): Dipl.-Ing. (FH) Michael Röben
- Blitzschutzarbeiten: Blitzschutztechnik Jäckel
- Abbrucharbeiten: Baulogistik Norbert Lück
- Rohbauarbeiten: Bauring Hochbau GmbH
- Heizungsarbeiten: Kyritzer Haustechnik und Service GmbH
- Elektroarbeiten: Herrmann GmbH
- Putzarbeiten: Ensminger Putz- und Fassadenbau
- Fenster- und Türen: Bautischlerei Leitow
- Estricharbeiten: Towers GmbH
- Zimmerer- und Dacharbeiten: Weko Bau Parchim GmbH
- Trockenbauarbeiten: Innenausbau Mario Rogge
- Sanitär- u. Lüftungsarbeiten: Moderne Feuertechnik Kyritz GmbH
- Abgasabsauganlage: Blaschke Umwelttechnik GmbH
- Sektionaltore: Fa. Schwarz / Wessel GbR
- Leuchtenlieferung: Fa. Sonepar Deutschland GmbH
- Fliesenlegerarbeiten: Proft Keramik & Werkstein GmbH
- Malerarbeiten: Ruppiner Ausbau GmbH
- Bodenbelagsarbeiten: Raumausstatter Mewes GmbH & Co.KG
- Riemchenverblendung: Bau Partner Wittstock GmbH
- Baumfällarbeiten: Pennekamp GmbH
- Zaunbauarbeiten: Draht Zaun GmbH
- Außenanlagenarbeiten: AG Gutsche Tiefbau GmbH
- Schlosserarbeiten: Metallbau Wolfgang Sell
- Einbauküche: Möbel Hesse GmbH
- Imbiss Richtfest: Schröder´s Bistro
- Schriftzug Gebäude: Fa. Manuel Woesner
- Feuerlöscher und Flucht-/ Rettungspläne: SeBral GmbH
- Ausstattung: Schreier WOB
- Sonnenschutzarbeiten: Fa. Baier GmbH
- Baureinigung: Gebäudedienste Niediek M Hausanschlüsse: Stadtwerke GmbH
Baulogistik Norbert Lück
Planungsbüro für Elektroanlagen Wolfgang Penke GmbH
Herrmann
Hochbau Bauring GmbH
Firma M. Rogge
Bau Partner Wittstock GmbH
Ruppiner Ausbau
Diplom Geologe Andreas Rott
Bautischlerei Torsten Leitow
Z Plan
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