Nahezu jede und jeder (90,8 Prozent) weiß es: Hygieneartikel, Speisereste, Medikamente und Zigarettenkippen gehören nicht in die Toilette. Das ergab eine Civey-Umfrage im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). Die Befragung zeigte aber auch: Viel zu häufig landet genau das dann doch im Abfluss. So hat fast jeder Zweite (45 Prozent) schon einmal Essensreste über die Toilette entsorgt. Feuchttücher warf schon jeder Fünfte (20,9 Prozent) ins Klo, 6,8 Prozent der Befragten Tampon, Binde oder Kondom. Jeder Zwanzigste (4,7 Prozent) versenkte schon einmal die Zigarettenkippe auf dem stillen Örtchen.
Hohe Abwassergebühren drohen
Doch solch ein Toiletteninhalt belastet Kanalisation, Kläranlagen und Umwelt stark. Außerdem entstehen hohe Kosten, die mit den Abwassergebühren letztlich auf alle zurückfallen. Beispiel Feuchttücher: Ihre reiẞfesten Kunstfasern lösen sich im Wasser nicht schnell genug auf. Die Tücher können sich in den Abwasserpumpen verquirlen, sie verstopfen und so lahmlegen. Fachleute müssen die Pumpen aufwendig auseinanderbauen und von Hand reinigen.
Sollten die Tücher doch bis ins Klärwerk gelangen, werden sie dort mit großem Aufwand mechanisch aus dem Abwasser entfernt und anschließend verbrannt. Für die Wartung der Pumpen und die separate Entsorgung geht das Umweltbundesamt laut VKU von deutschlandweiten Kosten in Millionenhöhe aus.
Feuchtes Klopapier gehört in den Eimer
Gut zu wissen: Auch feuchtes Toilettenpapier ist problematisch, selbst wenn es laut Hersteller über die Toilette entsorgt werden kann. Schon die empfohlene Maximalmenge von ein bis zwei Tüchern kann, verbunden mit anderen Abfällen, zu technischen Problemen führen, so der VKU.
dpa
Was dagegen spricht
Abreißen und neu bauen statt sanieren
Die Modernisierung eines alten Hauses kann schnell teuer werden. Um die 100.000 Euro müssen für eine Sanierung mindestens eingeplant werden, oft sogar mehr.
Da erscheint ein Neubau vielleicht lohnender. "Damit würde man aber wertvolle Ressourcen auf den Müll werfen“, sagt Architekt und Bauberater Andreas Köhler vom Bauherren-Schutzbund. Wer seine Immobilie saniert, anstatt das Haus abzureißen und neu zu bauen, leistet hingegen einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Denn in jedem Gebäude steckt sogenannte graue Energie.
„Davon sollte möglichst viel erhalten und weiter genutzt werden“, so Köhler. Graue Energie umfasst alle energetischen Aufwendungen bei:
- der Produktion dem Transport
- der Lagerung
- der Verarbeitung der Bauteile und Materialien
An die Zukunft denken - Förderungen nutzen
Um die Kosten für eine umfassende Sanierung zu reduzieren, können Eigentümer verschiedene Förderprogramme in Anspruch nehmen, allen voran die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Ziel ist es, dauerhaft Energiekosten einzusparen und so das Klima zu schützen.
dpa


