Bauen und Wohnen

Alte Ziegel, neue Chancen

Recycling: 82 Prozent des Bauschuttes in Deutschland werden wiederverwertet.

Altes Baumaterial macht sich oft besser im Haus als auf der Deponie. Foto: Gröne Unternehmensfamilie 2025

16.02.2026

Glas, Metall, Ziegel, Mörtel, Beton oder Holz sind zu kostbar, um auf der Deponie zu landen. Diese Materialien lassen sich gut wiederaufbereiten oder recyceln. Die Wiederverwendung des „geretteten“ Baumaterials macht den Bau meist auch günstiger. Das gilt für den Rückbau, bevor an Ort und Stelle ein Neubau errichtet wird, wie auch für die Modernisierung eines Altbaus, da Kosten für die Entsorgung entfallen.

Persönliche Note

Modernisierer können mit alten natürlichen Materialien ihrer Kreativität freien Lauf lassen. „Der Einbau einer massiven Tür, alter Sprossenfenster oder von Terrakottaplatten spart nicht nur Geld“, sagt Krzysztof Pompa von der BHW. „Ein Haus strahlt durch solche Elemente besonderen Charme aus.“ Ziegelsteine sind, sobald die Mörtelreste beseitigt sind, oft ohne weitere Behandlung verwertbar. Es gibt Fachhändler, die sich auf historische Baustoffe spezialisiert haben. Modernisierende können die begehrten Teile über Baustoffbörsen, in Antiquitätenläden oder auf Flohmärkten kaufen.

Bauen im Kreislauf

Auch bei großen Neubauprojekten wird mittlerweile auf Recyclingverfahren gesetzt, was erheblich zur Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen beiträgt. „Die Kreislaufwirtschaft beim Bauen und Modernisieren mindert die Umweltbelastung. Jede Immobilie ist ein wertvolles Rohstofflager, man muss das Potenzial nur heben“, sagt Pompa. Und die Baubranche lernt dazu: Baustoffe und ganze Gebäude werden heute oft schon so konzipiert, dass sie am Ende ihrer Lebensdauer repariert, wiederverwendet oder recycelt werden können. il/hü


Eigentum lohnt sich

Die Idee der Frühstart-Rente hat alle Augen auf die private Altersvorsorge mit Hilfe des Kapitalmarkts gerichtet. Was darüber in der politischen Diskussion in Vergessenheit geraten zu sein scheint, ist das selbst genutzte Wohneigentum. Die eigenen vier Wände zählen jedoch aus guten Gründen zu den beliebtesten Formen der privaten Altersvorsorge. Der wichtigste darunter ist die ersparte Miete im Alter.

Der zweitwichtigste Grund ist der gigantische Vermögensvorsprung, den Eigentümer kurz vor dem Ruhestand gegenüber Mietern haben. Dieser entsteht nicht, wie oft behauptet, durch die Wertentwicklung der Immobilien, sondern zum größten Teil aus eigener Kraft: Wer sich für selbst genutztes Eigentum entscheidet, spart im Laufe seines Lebens viel mehr als jemand, der zur Miete wohnt, insbesondere durch Tilgungsleistungen. Und zwar nicht, weil er mehr verdient hat, sondern weil er verglichen mit Mietern in derselben Einkommensgruppe ein disziplinierteres Spar- und Konsumverhalten aufweist, wie die aktuelle LBS-Wohneigentumsstudie eindrucksvoll belegt. lbs/hü