Das 20-jährige Firmenjubiläum sollte mit einem Hoffest gefeiert werden Image 1

Tischlerei & Restaurierungswerkstatt Guido Herbst

Das 20-jährige Firmenjubiläum sollte mit einem Hoffest gefeiert werden

Coronabedingt musste Guido Herbst in dieser Woche darauf verzichten. Zurückblicken auf zwei Jahrzehnte Firmengeschichte und Danke sagen möchte der Meister trotzdem

Der Chef und seine Mitarbeiter stehen vor der Werkstatt in Liepe, v.l. Guido Herbst, Patrick Kaspruk, Andreas Weimann und René Flatau. In der sanierten Feldsteinscheune üben sie ihr Tischlerhandwerk aus. Fotos (3): Heike Wähner

7.04.2021

Liepe. Die Tischlerei Guido Herbst in Liepe konnte in dieser Woche, am 1. April, ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Chef Guido Herbst blickt somit auf zwei Jahrzehnte Selbständigkeit zurück. Begeistert habe ihn das Holzhandwerk von Anfang an, erinnert er sich. Schon als Junge habe er „viel ausprobiert“ und daraus sei dann der Wunsch entstanden, Tischler zu werden.

Wenn man in seinem Büro in der Triftstraße 14 sitzt, sieht man sofort, dass Guido Herbst in seiner Branche richtig ist. Liebevoll restaurierte Möbelstücke aus verschiedenen Stilepochen schmücken dort das Zimmer. Er selbst habe sie aufgearbeitet, sagt der Tischlermeister. Um das nötige Fachwissen dafür zu erlangen, hat er nach der Meisterschule 1997 eine Weiterbildung zum Restaurator absolviert und anschließend ein Jahr lang im Museumsbereich Möbel restauriert. Geld verdienen könne man mit dem Restaurieren allerdings nicht, gibt Guido Herbst zu bedenken. Die viele Handarbeit, die beispielsweise in die Aufarbeitung einer fast dreihundert Jahre alten Barockkommode fließt, sei für die meisten Menschen hier nicht bezahlbar.

Die erste eigene Werkstatt hat der Tischlermeister im Millenniumsjahr 2000 begonnen auszubauen. Nach einem Jahr Umbauzeit sind aus einer alten Scheune in der Triftstraße Werkstatträume entstanden, sodass er am 1. April 2001 den Betrieb aufnehmen konnte. „Ein Jahr später sind die Maschinen dazugekommen“, blickt der Unternehmer zurück. Die Ausstattung mit Sägen, Fräse, Hobel- und Abrichtmaschine sowie einer Drechselbank sei noch einmal eine große Investition gewesen. Ohne Technik jedoch kann eine moderne Tischlerei nicht arbeiten. Die Tischsäge beispielsweise sei für „alle Schnitte“ notwendig. „Damit wird alles gesägt, was man als Tischler zuschneiden muss“, erklärt der Fachmann.

An der Eberswalder Märchenvilla mitgearbeitet

Begonnen hatte Guido Herbst nach der Unternehmensgründung erst einmal alleine. Doch bereits 2002 bildete er in seinem Betrieb den ersten Lehrling aus, welcher ihm bis heute treu geblieben ist. Insgesamt drei Gesellen und er als Handwerksmeister arbeiten aktuell in der Tischlerei, deren Werkstatträume vor vier Jahren von der Triftstraße in der Ernst-Thälmann-Straße 10 in Liepe umgezogen sind.

Seine Auftraggeber findet Guido Herbst zum großen Teil in Berlin, wo Wohnhäuser und Villen aufwändig und detailgetreu saniert werden. Die Tischlerei baut dafür beispielsweise Innentüren nach historischem Vorbild nach. Aber auch Fenster, Heizkörper- und Wandverkleidungen gehören dazu, erklärt der Chef. Bei der Sanierung der Brodowiner Stüler-Kirche habe er ebenfalls mitgearbeitet und in der Eberswalder Märchenvilla hat er die Treppenstufen aus Eiche und die hölzernen Kassettendecken gefertigt.

„Schöne Tischlerarbeiten“ sind das, gibt er zu. Obwohl vieles davon auch herausfordernd sei. Aber die „kniffligen Sachen“ haben ihm schon immer gelegen. Außerdem habe er einen guten Blick fürs Detail und Freude daran, die Dinge so genau wie möglich nachzubauen. Er will das Alte für die Nachwelt erhalten und sichtbar machen, so lässt sich auch sein Engagement als Ortschronist in Liepe erklären.

Zum weiteren Spektrum der Tischlerei zählen Parkettarbeiten. Von Fischgrät über Schiffboden bis hin zum Dielenboden werden Holzfußböden von Guido Herbst und seinen Gesellen aufgearbeitet beziehungsweise neu verlegt. Das Team der Tischlerei freut sich selbstverständlich auch über Aufträge aus der näheren Umgebung.

Sein Jubiläum nutzt Guido Herbst dafür, sich bei allen zu bedanken, die ihn in den letzten zwanzig Jahren begleitet haben. Ein besonderes Dankeschön geht dabei an seine Mitarbeiter, ohne die die zahlreichen Projekte nicht zu verwirklichen gewesen wären. Gern hätte Guido Herbst in dieser Woche, am Gründonnerstag zu einem großen Hoffest anlässlich seines Jubiläums eingeladen. „Leider mussten wir das wegen der momentanen Corona-Situation absagen“, bedauert der Chef. (wäh)
  

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