Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mein Verein – 1. FC Finowfurt Einer der größten Fußballclubs der Region

Feierliche Einweihung des Fußballplatzes 2018 (v. li.): Christian Gülle (Trainer 1. FC Finowfurt II) und die Finowfurter Fußball-Urgesteine Horst Henke und Herbert Zeh. Fotos: ck
Feierliche Einweihung des Fußballplatzes 2018 (v. li.): Christian Gülle (Trainer 1. FC Finowfurt II) und die Finowfurter Fußball-Urgesteine Horst Henke und Herbert Zeh. Fotos: ck

Zehn Jahre engagierte sich Wilhelm Westerkamp an der Spitze des 1. FC Finowfurt / Am 26. April tritt er zurück

Finowfurt (ck). Mit rund 220 Mitgliedern ist der 1. FC Finowfurt einer der größten Fußballclubs der Region. Der Verein zeichnet sich durch eine Besonderheit aus. Sein Clubleben stützt sich auf zwei Grundbausteine, den Fußball selbst und dem Nachwuchsförderverein, ein selbständiger Verein mit eigener Satzung unter dem Dach des 1. FC.

Der Förderverein besteht aus fußballgegeisterten Müttern, Vätern und Partnern, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Jugendbereich des Vereins materiell und ideologisch zu unterstützen. „Zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen konnten wir nach unserer Gründung 2010 schon im Jahr 2012 realisieren“, erläutert die Vorsitzende des Nachwuchsfördervereins, Milena Falk. Sie weist dabei auf die drei Säulen der Förderung hin: Die Nachwuchsförderung, wo besonderer Wert auf eine erfolgreiche Unterstützung der Jugend gelegt wird, aus der in einigen Jahren die Talente für den Erwachsenenbereich hervorgehen können. Dazu kommen dann Aktivitäten, Events und Veranstaltungen. So unter anderem Catering, Flohmärkte oder Sportlager. Einen großen Teil der Arbeit nehme der dritte Schwerpunkt, die Sponsorensuche und -pflege, ein. Zahlreiche Firmen, Personen und Institutionen konnten für ein Engagement gewonnen werden. Der Nachwuchsförderverein wirbt durch seine Aktivitäten rund 12 000 Euro pro Jahr für die Nachwuchsarbeit ein. Die Vielfalt im Nachwuchsbereich kann sich sehen lassen. Alle Altersgruppen, von G- bis zu den B-Junioren, sind besetzt und bei den A-Junioren gibt es eine Spielgemeinschaft mit FV Preussen und FSV Lok Eberswalde. Dazu kommen noch zwei Männerteams.

Spielszene Eberswalder SC gegen 1. FC Finowfurt
Spielszene Eberswalder SC gegen 1. FC Finowfurt
Den Anstoß für diese Vereinsstruktur des 1. FC Finowfurt gab der Vorstandsvorsitzende Wilhelm Westerkamp. Seine Laufbahn beim 1. FC begann 1998 als Sponsor. 2006 wurde er Vorstandsmitglied und 2009 Vorstandsvorsitzender. Westerkamp erinnert sich: „Während dieser Zeit brach damals der komplette Fußball-Nachwuchs im Verein weg, die Männer-Mannschaft stieg aus der Landesklasse ab. Wir mussten uns etwas überlegen, was auch langfristig wirkt. Wir brauchten eine Perspektive für die Jugend und für den Verein.“ Der Startschuss zur Umsetzung der kontinuierlichen Entwicklung erfolgte 2011, zur 100-Jahrfeier des Fußballs in Finowfurt. Nach der Gründung des Nachwuchsfördervereins mussten Nachwuchstrainer qualifiziert und gewonnen werden. „Dabei wurden Ü35-Spieler aus der Elternschaft und aus dem aktiven Männerbereich seit 2009 rekrutiert und qualifiziert“, erinnert sich Westerkamp. Seit 2012 hat der 1. FC Finowfurt mit Michael Falk einen engagierten Nachwuchsleiter und zwölf Übungs- und Nachwuchstrainer stehen ihm zur Seite. Westerkamp: „Wir haben uns immer so verstanden, dass wir zunächst das Angebot liefern, sprich Trainer, dann erst Kinder aufgenommen haben. Wir versuchen auch stets die Eltern mit zu integrieren, alle sollen sich wohl fühlen in unserem Verein.“ Um neue Geldquellen aufzuspüren, ging man auch neue Wege. So gaben Profimannschaften wie der FC Hansa Rostock, 1. FC Union Berlin oder FC Energie Cottbus Gastspiele in Finowfurt. Der Zuschaueransturm war gewaltig. Aus den Erlösen der Eintritte, Lotterien und des Caterings konnte sich der 1. FC einen Mannschaftsbus kaufen. Nach den Profiauftritten stiegen auch die Zuschauerzahlen bei den Auftritten der eigenen Teams.

Vor dem Vereinsheim (v.li.) Michael Falk (Nachwuchsleiter), Milena Falk (Vorsitzende Nachwuchsförderverein), Hardy Reyer (Vorstand), Wilhelm Westerkamp (Vorstandsvorsitzender).
Vor dem Vereinsheim (v.li.) Michael Falk (Nachwuchsleiter), Milena Falk (Vorsitzende Nachwuchsförderverein), Hardy Reyer (Vorstand), Wilhelm Westerkamp (Vorstandsvorsitzender).
Parallel konzentrierte sich der 1. FC in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schorfheide auf die Kompletterneuerung des Sportplatzes mit einer Investition von rund zwei Millionen Euro, wobei Fördermittel flossen. Weitsichtig wurde diese Investition bereits im Jahr 1998, als sich die Gemeinde Finowfurt mit Werbellin, Eichhorst und Lichterfelde gründete, in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag vereinbart. So konnte zum Beispiel 2014 das Funktionsgebäude eingeweiht werden, 2017 der Kunstrasenplatz fertiggestellt, 2018 erfolgte die Premiere auf dem Naturrasenplatz, eine Flutlichtanlage für beide Spielflächen und eine Beregnungsanlage für den Naturrasen kamen hinzu. Ein Parkplatz entstand ebenfalls. Westerkamp erwähnt: „Dabei brachte sich seit 2017 das kürzlich verstorbene Vereinsmitglied René Bartel sehr engagiert auf dem baulichen Gebiet ein.“ Der Vorstandsvorsitzende lobt besonders die enge und äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Kommune und dem Fußballclub: „Seit 2012 wurde im Gemeindeetat stets Geld für den Sportplatz eingestellt.“

Immerhin zehn Jahre engagierte sich Wilhelm Westerkamp an der Spitze des 1. FC Finowfurt. Kandidiert er wieder für den Chefposten? Dazu Westerkamp: „Die gesteckten Ziele wurden erreicht und alles angeschoben. Ich werde zurücktreten. Der Vorstand wird über einen Nachfolger befinden. Beratend stehe ich, wenn gewünscht, weiter zur Verfügung.“ Er ließ durchblicken, dass er für den Posten des Bürgermeisters der Gemeinde Schorfheide kandidieren werde. Uwe Schoknecht, das jetzige Gemeindeoberhaupt, tritt im September nicht mehr an.

Am 26. April, um 18 Uhr lädt der Vorstand des 1. FC Finowfurt ins Vereinsheim zur Mitgliederversammlung ein. Dort wird dann auch der neue Vorstandsvorsitzende gewählt.

© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG
Datenschutz