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110 Jahre Feuerwehr Lunow 1200 Ausbaustunden gehören zur jüngsten Geschichte

Die historische Spritze der Lunower Feuerwehr ist beim Festumzug am 4. Mai wieder dabei. Foto: privat
Die historische Spritze der Lunower Feuerwehr ist beim Festumzug am 4. Mai wieder dabei. Foto: privat

Von Sabine Schulz 

Lunow. Alle zehn Jahre wird bei der Feuerwehr in Lunow groß gefeiert. 2019 besteht die Wehr im Dorf 110 Jahre, ein guter Grund, sich am 3. und 4. Mai mit vielen Gästen unter den Akazien im Dorf zu treffen. Beim letzten Mal kamen 1500 Besucher aus Nah und Fern zum Fest der hiesigen Blauröcke.

Damals, 2009, hatte Ortswehrführer Stefan Rückert mit 29 Jahren gerade kurz vorher die Leitung der Wehr übernommen. Nun organisiert er mit seinen Mannen – 20 aktive Kameraden und einer Gastfrau aus Parstein – das Jubiläumsvergnügen. 17 Feuerwehren aus der Region sind eingeladen, 12 haben schon zugesagt.

Der Freitagabend beginnt traditionell mit dem Fackelzug um 20 Uhr vom Begegungszentrum im Dorf (der ehemaligen Schule) zum Festplatz. Das vollständige Programm lesen sie im Anschluss an diese Zusammenschau.

Die Lunower Feuerwehr im Einsatz Foto: privat 
Die Lunower Feuerwehr im Einsatz Foto: privat 
„In diesem Jahr sind wir erst einmal ausgerückt, ein Ödlandbrand musste gelöscht werden“, so berichtet Stefan Rückert mit einem Blick in die jüngste Geschichte. Letztes Jahr stehen 17 Einsätze zu Buche. „Das ist für unsere kleine Wehr beinah schon zu viel“, so der Chef nachdenklich. Denn die Sirene ruft hier Ehrenamtler zum Notfall. 2018 rückten sie zu neun Brände, zu Verkehrsunfälle und zu „Sonstige“ aus. Auch zwei Fehlalarme zählten darunter.

Die Tages-Einsatzbereitschaft der Wehr in Lunow ist gewährleitet, so Rückert. Fünf plus einer sind nötig, damit das Auto starten kann. Und nach 17 Uhr ist das sowieso kein Problem, so der 39-Jährige gelernte Tischler, der im Dorf beim Fleischer arbeitet. Das aktuelle Feuerwehrauto, ein geländegängiges TSF-W Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser, war ein Geschenk zum 100. Geburtstag, im August 2009 kam es vorgefahren. „Fast 100 Einsätze sind die Lunower damit in den knapp zehn Jahren gefahren“.

Die neuste technische Anschaffung stammt aus dem Jahr 2016, es ist ein Schlauchboot. Das wurde bisher drei Mal erfolgreich am Parsteinsee eingesetzt, um Personen aus dem Wasser zu bergen. Für dessen Einsatz muss 3 Mal im Jahr extra auf der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße geübt werden.

Zu den wichtigsten Ereignissen in den letzten zehn Jahren gehört auch der Umbau des Gerätehauses. 1200 Arbeitsstunden investierten die Kameraden, ihre Familien und Freunde. Ein Büro, ordentliche Umkleidekabinen und eine Teeküche sind dabei entstanden. Boot und TSFW stehen dort nebeneinander. Der Mercedes trägt den Namen „Otto“, das Boot heißt Karl-Heinz. Beide Namen sind eng mit der Lunower Wehr verbunden, berichtet Steffen Rückert. Otto Polack war Feuerwehrmann und rettet das historische Schmuckstück, die Handdruckspritze aus dem Jahr 1909. Er versteckte sie in seiner Scheune als es hieß, sie solle nach Potsdam ins Museum kommen. Damit blieb die Spritze im Dorf und ziert vollfunktionsfähig jeden Festumzug. Das letzte Mal war sie anlässlich 750 Jahre Lunow im letzten Jahr unterwegs, (siehe Foto). Natürlich fährt sie auch am kommenden Samstag mit, wenn um 13 Uhr der große Umzug der Feuerwehren startet. Karl-Heinz Langner ist der Einzige in der Alters- und Ehrenabteilung. Er ist seit weit über 60 Jahren dabei. Als 14-Jähriger ist er bei einem Brand auf einer Müllkippe eingebrochen und wurde am Feuerwehrschlauch wieder rausgezogen, das ist eine Geschichte, die auch Steffen Rückert und seine Kameraden prägte.

Ortswehrführer Steffen Rückert mit der Technik der Lunower Wehr Foto: saschu
Ortswehrführer Steffen Rückert mit der Technik der Lunower Wehr Foto: saschu
Der führende Lunower Blaurock selbst erhielt seine Feuertaufe im Jahr 1991, da kam er am Herrentag des Jahres spontan mit zu einem großen Waldbrand. Damals war sein Papa noch der Wehrführer im Ort. Seine älteste Tochter möchte jetzt auch in die Jugendwehr, die 8 Kinder zählt und die Steffen Rückert ebenfalls ausbildet.

Hoffentlich bleibt alles ruhig, so Stefan Rückert und meint das kommende Wochenende. Eine Woche vor dem 90. Geburtstag der Lunower Feuerwehr, im Jahr 1999 gab es ein schweres Unwetter. Und das Dorf war komplett abgesoffen, so der Ortswehrführer. Und trotzdem konnte dann gefeiert werden. Was sich die Kameraden wünschen, ein gutes Fest, viele Gäste, keinen Einsatz.

Zum Programm:
Am Freitag um 20 Uhr startet der Fackelumzug am Begegnungszentrum im Dorf in der Schulstraße 1 danach wird auf dem Festplatz der Maibaum aufgestellt und zum Tanz unter den Akazien gebeten.

Am Samstag, dem 4. Mai um 10.30 Uhr finden dort, in der Dorfmitte, die Spaßwettkämpfe der Wehren statt.Danach wird an gleicher Stelle ein buntes Programm für Jung und alt geboten. Unter anderem sind Einsatzübungen der Jugendfeuerwehr zu sehen. Um 15 Uhr kommt der feierliche Teil und um 19 Uhr wird wieder zum Tanz geladen.
Brautmoden Neumann
Malermeister Schulze
Gaststätte Quilitz
Tischlerei stephan Röthke
Holzverarbeitung Lunow
Lunower Landfleischerei Frank Künkel
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