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Berufe vorgestellt: Mit den Händen helfen

Es braucht viel Wissen für die Behandlung von Patienten, die unfall-, alters- oder krankheitsbedingte Einschränkungen aufweisen. Foto: africa-Studio/shutterstock.com
Es braucht viel Wissen für die Behandlung von Patienten, die unfall-, alters- oder krankheitsbedingte Einschränkungen aufweisen. Foto: africa-Studio/shutterstock.com

Physiotherapeuten - Experten für den Bewegungsapparat

Wer weiß schon, dass der menschliche Körper aus mehr als 200 Knochen besteht, die alle eine eigene Funktion haben? Als Physiotherapeut lernt man nicht nur, wie genau das menschliche Skelett aufgebaut ist, sondern auch, wie sie mit Muskeln und Sehnen verbunden sind und zusammenarbeiten. Denn genau dieses Wissen braucht man für die Behandlung von Patienten, die unfall-, alters- oder krankheitsbedingte Einschränkungen aufweisen.

Physiotherapeut/in ist eine bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen für Physiotherapie. Sie dauert drei Jahre und führt zu einer staatlichen Abschlussprüfung. Daneben besteht die Möglichkeit, Physiotherapie an Hochschulen zu studieren.

Was macht ein Physiotherapeut?
Patienten untersuchen: Ob Lähmung oder Schmerzen – bevor man einen Patienten behandelt, muss man ihn zunächst untersuchen. Dabei wendet man – je nach Körperteil – unterschiedliche Methoden an: es gibt zum Beispiel verschiedene Untersuchungstechniken, mit denen man die Beweglichkeit des Schultergelenks prüfen kann.

Behandlung planen:
Nach einer Hüftoperation müssen ganz bestimmte Muskeln trainiert werden – vor allem im Rücken und in den Beinen. Welche Übungen man dazu wählt und wie lang der Patient behandelt werden soll, entscheidet man je nach Krankheitsverlauf. Um alle Behandlungsschritte im Blick zu behalten, wird ein Therapieplan erstellt und regelmäßig aktualisiert.

Patienten behandeln: Die Kraft im Knie nach einer Operation überprüfen oder nach einer Armverletzung die Anwendung eines Therapieballs erklären – als Physiotherapeut kennt man sich mit verschiedenen Beschwerden und den krankengymnastischen Behandlungsmethoden aus. Man wendet diese gemeinsam mit den Patienten an und korrigiert schädliche Bewegungsabläufe.

Ergebnisse dokumentieren: Wurden Fortschritte gemacht oder gab es sogar Rückschritte während der Behandlung? Physiotherapeuten halten Symptome, Ergebnisse, Verhalten der Patienten und Behandlungsmethoden schriftlich fest. Je nach Praxis kann es sich um Therapieberichte handeln, die ausgefüllt oder online bearbeitet werden.

Klienten beraten: Man demonstriert an einem Skelettmodell wie sich die Behandlung, beispielsweise auf dem Arm, auswirkt oder welche Maßnahmen zusätzlich zur Therapie durchgeführt werden sollten. Zudem motiviert man seine Patienten zur regelmäßigen Ausführung der Übungen und ist auch sonst der erste Ansprechpartner bei Schmerzen oder Problemen während der Behandlung.

Verschiedene Therapiemethoden: Von der Elektrostimulation bis hin zum Setzen von Tapeverbänden – das Berufsbild des Physiotherapeuten umfasst auch viele Behandlungsmethoden, die oftmals nur in Kombination mit den passenden Apparaten und Geräten funktionieren.

(www.azubyio.de)

Gegen Verspannungen aller Art

Einfache Übungen sind auch zu Hause möglich

Drübergreifen und ziehen: Diese Übung dehnt die seitliche Nackenmuskulatur. Foto: Christin Klose/dpa-mag
Drübergreifen und ziehen: Diese Übung dehnt die seitliche Nackenmuskulatur. Foto: Christin Klose/dpa-mag
Der Nacken, die Schultern, der Rücken: Verspannungen sind hierzulande eine Volkskrankheit. Schuld daran ist vor allem unsere Arbeits- und Lebensweise, erklärt Matthias Kieb von der Abteilung Sportmedizin der Berliner Charité.

Ursache einer Verspannung kann zum Beispiel ein Mangel an Bewegung sein, so wie bei vielen Büroangestellten. Langanhaltende, monotone Bewegungen können aber ebenfalls dafür sorgen. Daher sei es ratsam, einen Ausgleich zwischen Aktivität und Passivität zu haben. Fehle der Ausgleich, erhöht sich der Spannungszustand der Muskulatur und deren bindegewebsartiger Hülle, der Faszien. Wer dann - vereinfach gesagt - noch zu wenig trinkt, versorgt die Zellen mit zu wenig Flüssigkeit und verändert so ihre Elastizität. Damit es gar nicht erst so weit kommt, lassen sich Verspannungen durch körperliche Übungen verhindern oder therapieren. Und das geht auch zu Hause. Beratung durch einen Physiotherapeuten ist dabei wichtig. (dpa)

Bei Arthrose Treppen kniefreundlich hinabsteigen

Bei Arthrose im Knie ist beim Treppensteigen besondere Vorsicht geboten. „Das Zusatzgewicht beim Treppenabgehen ist immens“, warnt Dr. Joachim Merk, Physiotherapeut und Kniespezialist aus Tübingen, im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. „Es ist eine der größten Alltagsbelastungen.“ Er empfiehlt, sich beim Runtergehen vorzustellen, man müsse die Treppe hinunterschleichen: „Man darf Sie nicht hören. Dann setzen Sie jeden Fuß bewusst und ganz weich auf. Ein sehr gutes Training für die Muskulatur.“ Ob an der Haltestelle, im Bad vor dem Spiegel oder im Haushalt beim Bügeln - auch der statische Druck durch langes Stehen ist Gift fürs Knie. Denn ohne Bewegung wird es unzureichend mit Nährstoffen versorgt. Um das zu vermeiden, schlägt Merk vor, stetig kleine Schritte auf der Stelle zu machen. „Eine Erholungskur für die Gelenke wäre es außerdem, wenn Sie sich zwischendurch auf einen Tisch oder höheren Stuhl setzen und mit den Beinen frei pendeln würden.“

Weitere Tipps, wie man kniefreundlich durch den Alltag kommt, finden Leserinnen und Leser im aktuellen „Senioren Ratgeber“. (dpa)
Praxis für Physiotherapie Iris Acksel-Lehmann
Praxis Fünfeichen
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