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Die Gebäudereiniger Glänzender Auftritt

Fassaden- und Glasreinigung - beide Themen sind der Teil der dreijährigen Ausbildung zum Gebäudereiniger. Ausbilder Andreas Hoffmann (r) leitet seinen Azubi Sebastian Duda an. Die Arbeit sieht leichter aus als sie ist. Fotos: Ole Spata/dpa-mag
Fassaden- und Glasreinigung - beide Themen sind der Teil der dreijährigen Ausbildung zum Gebäudereiniger. Ausbilder Andreas Hoffmann (r) leitet seinen Azubi Sebastian Duda an. Die Arbeit sieht leichter aus als sie ist. Fotos: Ole Spata/dpa-mag

Gebäudereiniger sind auch in Krisenzeiten gefragt

Bürogebäude und Tankstellen, Arztpraxen, OP-Säle oder auch ein Kernkraftwerk: Gebäudereiniger blicken in ihrem Berufsleben hinter viele Kulissen. „An der Gebäudereinigung macht mir einfach Spaß, dass man immer den Unterschied von vor der Reinigung und nach der Reinigung sieht“, erzählt Sebastian Duda. Der 27-Jährige hat zunächst als Aushilfskraft beim Gebäudereiniger PS Gebäudemanagement in Hildesheim angefangen.

Inzwischen ist er im zweiten Jahr seiner Ausbildung zum Gebäudereiniger. Er hat viel dazugelernt. Er weiß, wie er mit chemischen Reinigungsmitteln umgehen muss. „In der Ausbildung lernt man zu unterscheiden, welches Reinigungsmittel für welchen Zweck eingesetzt wird.“ Und wie man welche Reinigungen am besten angeht - also etwa Böden, Fassaden oder Glas reinigt.

Darüber hinaus kann Duda einen Arbeitsplan erstellen, in dem alle Schritte einer Reinigung aufgeschlüsselt werden. In der Berufsschule steht zudem der richtige Umgang mit Geräten auf dem Lehrplan, etwa mit Bodenreinigungsmaschinen oder Dampfreinigern.
    
Mal ein Bürogebäude, mal private Wohnungen: Wer eine Ausbildung zum Gebäudereiniger macht, kann hinter viele Kulissen blicken.
Mal ein Bürogebäude, mal private Wohnungen: Wer eine Ausbildung zum Gebäudereiniger macht, kann hinter viele Kulissen blicken.
Kenntnisse in Chemie und Mathematik sind eine gute Basis, wenn es darum geht, Grundrisse zu zeichnen, Flächen und Körper zu berechnen oder Materialkosten und Mengen zu ermitteln. „Und natürlich müssen Auszubildende auch lernen, wie sich die Reinigungsmittel chemisch zusammensetzen“, erklärt Marion Presek-Haster. Sie ist beim Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks für Berufsbildung zuständig.

„Ein wenig sportlich sollten Interessierte schon sein“, ergänzt Presek-Haster. Schließlich sind die Fachkräfte den ganzen Tag auf den Beinen und bedienen zum Teil schwere Maschinen. Als weitere Voraussetzungen nennt Duda: Neugier, Höflichkeit und Flexibilität. Die Arbeitszeiten können sich je nach Auftrag unterscheiden. „Glasreinigung machen wir zum Beispiel immer frühmorgens“, erzählt Duda. Die Vergütung ist tarifvertraglich geregelt. „Wer die Ausbildung abgeschlossen hat, verdient im Schnitt etwa 2350 Euro im Monat“, sagt Presek-Haster.

Duda möchte nach seiner Ausbildung auf jeden Fall noch seinen Meister machen. Sein Ziel: „Wenn ich dann einen Ausbildungsschein habe, möchte ich der nächsten Generation weitergeben, was ich in der Ausbildung gelernt habe.“ (dpa)

Schulen müssen wegen Corona häufiger geputzt werden

Die Schulen in Deutschland müssen nach Auffassung des Gebäudereiniger-Handwerks in der Corona-Krise häufiger geputzt werden. Vor der stufenweisen Wiederöffnung sollten die Gebäude gründlich gereinigt werden, verlangte der Bundesinnungsverband am Dienstag in einem Schreiben an die Kultusministerkonferenz der Länder. Nach der Öffnung sollten dann die Reinigungsintervalle deutlich erhöht werden. „Die Corona-Krise verträgt sich nicht mit dem Reinigungs-Sparkurs an den meisten Schulen“, erklärte Verbandsgeschäftsführer Johannes Bungart.

In besonderen Handlungsempfehlungen weist das Handwerk auf höhere hygienische Anforderungen in der Pandemie hin. Bei Desinfektionen genüge keineswegs eine Sprühbehandlung, es müsse vielmehr gewischt werden. Handkontaktflächen seien gerade bei Einrichtungen für jüngere Schüler mehrmals täglich zu reinigen. (dpa)

Reinigungsfirmen leiden unter weniger Aufträgen in der Krise

Reinigungsfirmen beklagen in der Corona-Krise große Einbußen. Laut dem Bundesverband des Gebäudereiniger-Handwerks ist etwa ein Drittel der Aufträge verloren gegangen. Ein Lichtblick für die professionellen Reinigungskräfte: Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa zufolge nehmen die Bürger die Arbeit der Firmen wahr und schätzen sie. 96 Prozent der Bürger halten die Arbeit der Reinigungskräfte demnach für sehr wichtig oder wichtig. Jeder Vierte finde die Arbeit wichtiger als vor der Krise, ergab eine Umfrage, die der Branchenverband initiiert hatte. Gut 700 000 Menschen arbeiten in Deutschland als Gebäudereiniger - laut dem Branchenverband ist es das beschäftigungsstärkste Handwerk in Deutschland. (dpa)

Die Zukunft der Branche

Smart Cleaning

Die Zukunft der Gebäudereinigung ist digital: Getestet werden autonome Reinigungsroboter für die gewerbliche Reinigung von Innenräumen sowie Spezialroboter für die Krankenhausdesinfizierung, die Reinigung von Fassaden, Schächten, Kanälen und Solarflächen. Mithilfe von Sensoren könnte künftig „on demand“ gereinigt werden: Büroräume melden den Grad an Verschmutzung und zeigen an, wenn sie gereinigt werden sollten, Sensoren in Papierhandtuch- oder Seifenspendern senden ein Signal auf das Smartphone oder Tablet der Reinigungskräfte, wenn sie aufgefüllt werden müssten. Für Fachkräfte werden sich durch den Einsatz dieser Technik Arbeitsorganisation und Arbeitsausführung ändern, für Führungskräfte wird die Entscheidung für oder gegen Investitionen auf diesem Gebiet anstehen.

Drohnen in der Fensterreinigung

Derzeit werden Drohnen entwickelt, die z.B. Fenster an Außenfassaden oder Schiffsrümpfe putzen können. Sie sind mit einem Schlauch verbunden, der das Reinigungswasser zuführt. Die kleinen Fluggeräte können sowohl automatisiert agieren als auch von Hand gesteuert werden. (www.berufenet.de)
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