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Azubi-Börse Gegen den Fachkräftemangel

Der Helm ist zwar noch etwas groß und der Träger sollte auch zunächst einen Schulabschluss machen aber dann steht einer Ausbildung im Baugewerbe nichts mehr im Wege. Arbeit wird es auf dem Bau auch in Zukunft reichlich geben. Foto: Thomas Jäger
Der Helm ist zwar noch etwas groß und der Träger sollte auch zunächst einen Schulabschluss machen aber dann steht einer Ausbildung im Baugewerbe nichts mehr im Wege. Arbeit wird es auf dem Bau auch in Zukunft reichlich geben. Foto: Thomas Jäger

Die Baubranche bildet immer mehr aus

Nach aktuellen Zahlen der Sozialkasse-Bau waren zum Jahresende 2019 rund 40 000 junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis im Bauhauptgewerbe. Das waren 2,5 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr. Rund 80 Prozent der Lehrlinge absolvieren ihre Ausbildung in einem baugewerblichen Familienbetrieb. 33 627 Auszubildende stammen aus den alten Bundesländern, was einem Zuwachs von 1,4 Prozent entspricht, 6 146 sind aus den neuen Bundesländern (plus 8,8 Prozent).

Dazu erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa: “Damit stieg die Zahl der Lehrlinge zum vierten Mal in Folge. Einmal mehr zeigen die Zahlen, wie attraktiv eine Ausbildung am Bau für junge Menschen ist.”

Pakleppa führt den Anstieg der Lehrlingszahlen auch auf die guten Perspektiven der Bauwirtschaft zurück. Denn sowohl im Wohnungsbau als auch im Infrastrukturbau gibt es in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch viel zu tun. „Hinzu kommt,“ so Pakleppa, „dass sich der Arbeitsalltag auf der Baustelle aufgrund der ständigen technischen Weiterentwicklung in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verändert hat. Längst gehört der Einsatz komplexer Maschinen und digitaler Technik zum Alltag auf der Baustelle. Heute ist in der Baupraxis weniger Muskelkraft, sondern umfangreiches Fachwissen, das stets auf dem aktuellen Stand gehalten werden muss, gefragt.“

Pakleppa wies daraufhin, dass über die Berufsbildungsumlage rund 380 Millionen Euro an die Ausbildungsbetriebe und die Ausbildungszentren für die überbetriebliche Ausbildung ausgeschüttet würden. „Um diese gemeinsame Finanzierung großer Teile unserer Ausbildung beneiden uns andere Branchen. Rechnet man die Kosten der Ausbildungsbetriebe, die auch noch zu bewältigen sind, hinzu, so investieren die Betriebe rund 750 Millionen Euro jährlich in ihren Berufsnachwuchs.“ (zdb)

Aufgabe vergeigt?

Fehler als Azubi offen kommunizieren

Ups, da ist etwas schiefgegangen: Wenn Azubis Fehler machen, sollten sie ihrem Vorgesetzten offen erklären, was passiert ist. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-mag
Ups, da ist etwas schiefgegangen: Wenn Azubis Fehler machen, sollten sie ihrem Vorgesetzten offen erklären, was passiert ist. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-mag
Auszubildende sollten offen damit umgehen, wenn ihnen mal ein Fehler unterläuft. Das erklärt Psychologin Anne Kissling im Azubi-Magazin „Young Look“ (Ausgabe 01/2020) der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

Sie empfiehlt, dem Ausbildungsleiter oder Verantwortlichen neutral zu schildern, was passiert ist. Denn nur so könne die Führungskraft noch eingreifen. Azubis zeigen so auch, dass sie Verantwortung übernehmen.

Am besten erklären Azubis im Gespräch, aus welchen Gründen sie so gehandelt haben. Dann können Vorgesetzte oder Ausbilder Rückmeldung geben, wie schwerwiegend der Fehler war und wie man in Zukunft in ähnlichen Situationen am besten reagiert. Womöglich stellt sich auch heraus, dass alles harmloser ist als gedacht.

Wer schon falsche Anweisungen von Kolleginnen oder Vorgesetzten bekommen hat, wodurch der Fehler erst passiert ist, sollte die Schuld trotzdem nicht anderen in die Schuhe schieben. Kissling rät, das besser im direkten Gespräch mit den Kollegen zu klären und zu erläutern, wie es einem damit ergangen ist. (dpa)

In der Stadt oder auf dem Land

Für Job nach Vorlieben und Mobilität entscheiden

Stadt oder Land? Gerade für Berufseinsteiger kann das eine schwierige Entscheidung sein. Dabei spielen zum Beispiel die Vorlieben und die eigene Mobilität eine Rolle, erklärt Berufsberaterin Stefanie Deutschbein von der Bundesagentur für Arbeit.

Künftige Auszubildende sollten verschiedene Argumente abwägen: Wer etwa bei einem Großkonzern arbeiten möchte, findet am ehesten in der Stadt eine Anstellung. Auf dem Land bieten sich eher Einstiegsmöglichkeiten bei verschiedensten Produktionsstätten. Arbeitgeber auf dem Land sind in der Regel eher mittelständische Firmen. Dort können Berufseinsteiger schnell Verantwortung übernehmen und Erfahrungen sammeln, so die Expertin.

Dafür müsse man auf dem Land aber eventuell längere Arbeitswege in Kauf nehmen. Beispielsweise gerade neue Firmen im ländlichen Raum haben ihren Sitz oft im Gewerbegebiet. Sie seien zwar gut an große Autobahnen und Bundesstraßen angebunden, mit dem öffentlichen Nahverkehr aber eher schlecht zu erreichen. Das kann zum Beispiel für angehende Azubis oder Absolventen ohne Führerschein ein Problem sein, so Deutschbein.

Auf alle Fälle sollte man weitere Optionen, z. B. günstige Wohnmöglichkeiten in der Nähe der Arbeits- und Ausbildungsstätte, ausloten. (dpa/ms)
 

Von wegen Erbsenzähler

So arbeiten Steuerfachangestellte heute

Steuererklärungen bearbeiten und Steuerbescheide prüfen: Was anderen oft erstmal trocken vorkommt, macht der angehenden Steuerfachangestellten Virgina Bach großen Spaß. Foto: Peter Steffen/dpa-mag
Steuererklärungen bearbeiten und Steuerbescheide prüfen: Was anderen oft erstmal trocken vorkommt, macht der angehenden Steuerfachangestellten Virgina Bach großen Spaß. Foto: Peter Steffen/dpa-mag
Viele Leute bekommen beim Thema Steuererklärung schlechte Laune, wenn sie an die Erledigung denken. Andere sind froh und erleichtert darüber, dass sie dafür einen Profi an ihrer Seite haben, der sich damit bestens auskennt.

Virginia Bach ist noch immer von ihrem Beruf begeistert - auch im dritten Ausbildungsjahr. Einem Job, den sich mancher vielleicht als trocken vorstellt: Die 23-Jährige wird Steuerfachangestellte: „Das ist ein vielfältiger, spannender Beruf, in dem man tiefe Einblicke in interessante Gebiete bekommt“, sagt sie.

Bach lernt in einer mittelgroßen Kanzlei in Hannover, in der die Digitalisierung bereits eingezogen ist - das allerdings ist längst nicht bei allen Steuerberatern der Fall. „Das Berufsbild ändert sich“, sagt Holger Bodmann, Steuerberater und einer der geschäftsführenden Partner bei HSP Steuer. „Die Qualifikation der Auszubildenden wird durch die Digitalisierung beeinflusst. Die zahlenverliebten Einzeltäter, die still vor sich hingearbeitet haben, werden immer weniger.“ Denn mehr und mehr Arbeiten können vom Computer und intelligenter Software übernommen werden.

Immer bedeutender werde es in Zukunft sein, die Geschäftsfelder der Mandanten zu verstehen. „Daher sind soziale Kompetenzen für unsere Mitarbeiter sehr wichtig“, sagt Bodmann. Neben Büroorganisation und Gesprächen mit den Mandanten gehört die Erstellung von Finanzbuchführungen sowie Lohn- und Gehaltsabrechnungen, Jahresabschlüssen, die Bearbeitung von Steuererklärungen und das Prüfen von Steuerbescheiden zu den Aufgaben der Fachangestellten.

„Aus den Kanzleien sind die Steuerfachangestellten jedenfalls nicht wegzudenken“, sagt Thomas Hund, Geschäftsführer und Leiter Berufsrechtsabteilung der Bundessteuerberaterkammer in Berlin. Denn sie arbeiten den Steuerberatern zu, leiten die ersten Schritte der Beratung ein - und je fortgeschrittener sie in ihrem Beruf sind und je mehr Erfahrung sie haben, umso wertvoller werden sie.

Nach der Prüfung stehen den Steuerfachangestellten viele Wege offen. Sie können in einer Kanzlei bleiben oder in die Industrie wechseln. Zudem sind verschiedene Spezialisierungen möglich: zum Beispiel als Bilanzbuchhalter, als Fachassistent für Lohn und Gehalt oder als Steuerfachwirt.

Die Vergütung der Steuerfachangestellten in Ausbildung ist bundesweit nicht einheitlich geregelt und richtet sich nach den Empfehlungen der örtlichen Steuerberaterkammern - und die können sehr unterschiedlich sein. Während die Steuerberaterkammer in Sachsen ein Gehalt von 650, 750 und 850 Euro im ersten, zweiten und dritten Ausbildungsjahr empfiehlt, steigen Auszubildende in Hamburg und Schleswig-Holstein mit 850 Euro pro Monat ein und bekommen nach Empfehlung der dortigen Kammern jedes Jahr 100 Euro mehr. (dpa)
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Steuerberaterin Steffi Retzer
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